Fridolin von Säckingen
Geburtsort : Irland 482 (?)
Mission : Fridolin reiste als Gesandter des Bischofs von Poitiers nach Säckingen, er wurde von den Alemannen aus dem fränkisch besetzten Gebiet vertrieben. Erst mit der Einverständniserklärung vom Frankenkönig Chlodwig II. durfte er in Säckingen seine Mission beginnen. Langsam wuchs die Gemeinde an gläubigen Christen in Säckingen. Fridolin lies nun eine kleine Holzkapelle errichten und widmete sie seinem Vorbild und Lehrmeister Hilarius ( Bischof von Poitiers ). Später gründete Fridolin ein Kloster in Säckingen.
Todesstätte : Säckingen 6.3.538 (?)
Patron gegen : Viehseuchen und Kinderkrankheiten
Im Laufe des siebenten Jahrhunderts erschien Fridolin, ein irischer Glaubensbote, in Deutschland und Frankreich. Von dem fränkischen Könige Chlodwig II. erhielt Fridolin eine unbewohnte Insel im Rheine zum Geschenke, auf der er das Kloster Säckingen gründete. König Chlodwig II. war der jüngere Sohn König Dagoberts I. von Austrasien, der im Jahre 630 den Halbmond in den daher genannten Monstein jenseits des Rheines einhauen ließ. Dies war das Grenzzeichen zwischen Rätien und dem damals bis hierher reichenden burgundischen Thurgau. Derselbe König Dagobert bedachte die uralte Kirche zu St. Peter in Rankweil mit Gütern, weshalb alljährlich am 30. Juni Seelenmessen für ihn und seinen Sohn Siegebert II. daselbst gehalten werden.
Der von Chlodwig II., Dagoberts Sohn, beschenkte Fridolin kam auf seinen heilbringenden Wanderungen auch in das Land Glarus im Gebirge Alemanniens, das den Brüdern Urso und Landolf gehörte. Urso führte als neugetaufter Christ ein musterhaftes Leben, vermachte, dem Tode nahe, seine Hälfte Güter dem Kloster Säckingen und entschlief selig im Herrn. Nach seinem Tode sollten die Güter laut Testament dem Kloster anheim fallen, aber der geizige Landolf setzte sich ungerechter Weise in den Besitz derselben. Fridolin als Vorsteher des Klosters führte nun vor dem offenen Gerichte zu Müsinen Klage, der Gegner leugnete. Das Gericht gab sofort Fridolin den Bescheid, seine Rechte durch Zeugen zu erweisen. Fridolin versprach, binnen festgesetzter Frist glaubwürdige Zeugen zu stellen, und zog aus übernatürlichem Antriebe nach Glarus zum Grabe des vor zwei Jahren verstorbenen Urso und rief den Toten, dass er im Namen Gottes wieder auflebe, um der Wahrheit Zeugnis zu geben. Und siehe! der Grabstein hob sich, die Erde kreiste, und der Leichnam stand auf und wandelte mit Fridolin Hand in Hand zum Gerichte Müsinen, wo die Schöffen und Landolf schon der Zeugen harrten. Der Auferstandene erhob schweren Vorwurf gegen seinen Bruder und bekräftigte seine Schenkung vor den erbleichenden Richtern. Der kinderlose Landolf schenkte voll Entsetzen zu dem Anteil seines Bruders auch sein eigenes Gut dem Heiligen zum Baue des jungen Gotteshauses. Der Tote ward von Fridolin wieder zur Ruhe in sein Grab geführt. Die freie kaiserliche Reichsmalstätte, mallus imperii, vor welcher Fridolin seinen Zeugen stellte, wurde seit dem grauen Altertume bis ins fünfzehnte Jahrhundert unter freiem Himmel auf dem grünen Hügel zu Müsinen bei Sulz am Frutzbach gehalten und wurde dann wegen der Schweizerkriege in das Dorf Rankwyl verlegt, jedoch mit Ehrung des alten Herkommens, dass das Gericht auf des Reiches freier Straße, höchstens unter einem Schutzdach mit offenen Seiten und nur im Winter in der Stube gehalten werde.
Geschichtlich ist, dass von uralters her Glarus dem Frauenkloster Säckingen gehörte und der hl. Fridolin nach dem Glauben der Väter als der Schutzpatron des Landes verehrt wurde. Bis auf den heutigen Tag erscheint sein Bildnis, ein wandernder Einsiedler, im Landeswappen. Auch auf die Münzen des Kantons war es geprägt.
Im 4. bis 5. Jahrhundert erfolgte der Einbruch der Alemannen und nun entstand am rechten Rheinufer (im Bereich des heutigen Obersäckingen) unter dem Namen Säckingen eine alemannische Siedlung. Auf der Rheininsel (dem heutigen Stadtzentrum) aber entstand auf Initiative des Heiligen Fridolin, der den Alemannen der Gegend das Christentum predigte, im 6. Jahrhundert ein Doppelkloster. Während dem Männerkloster eine untergeordnete Bedeutung zukam, erlangte die Frauenabtei, als königliches Eigenkloster von den Merowingern und Karolingern gefördert und mit großem Grundbesitz ausgestattet, eine herausragende Stellung. In diesem Damenstift fanden nur adelige Frauen Zugang. Die Frauenabtei wurde zum geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Hochrheinischen Landschaft, was auch der späteren Stadt im Mittelalter ihre Bedeutung innerhalb der Region gab.
3.Jahrh. Alemannen wandern in die rechtsrheinischen Gebiete ein
6/7.Jahrh. Christianisierung der alemannischen Stämme.
St. Fridolin gründet auf der Rheininsel Kirche und Doppelkloster im Auftrag des fränkischen Königs.
Das Königskloster erhält umfangreichen Grundbesitz am Hochrhein, Zürichsee und im Lande Glarus
Früher lag Säckingen auf einer Insel im Rhein (erst 1830 wurde der nördliche Flussarm zugeschüttet).
Jan Mehlhom, Roman Küpper und Roland Napierala