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Chronik des Bad Säckinger Tennis-Clubs
Am 13. April 1910 wurde der Tennis-Club Säckingen durch 12 am weißen Sport interessierte Bürger gegründet. Die „Gesellschaft" sollte der „Pflege und Förderung des Tennisspiels und gemütlicher Geselligkeit" dienen. Nachdem das Großherzogliche Bezirksamt Säckingen gegen den Verein keinen Einspruch erhoben hatte, wurde er am 28. April 1910 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Säckingen eingetragen.
Die Aufnahmegebühr, das sogenannte „Eintrittsgeld" betrug pro Person 5 Mark, der Jahresbeitrag 6 Mark. Das war auch schon damals ein bedeutender Betrag, konnte man doch für den Jahresbetrag das Amtliche Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Säckingen für eineinhalb Jahre abonnieren.
Der Vorstand setzte sich damals aus dem 1. Vorstand, Regierungsassessor Friedrich Höchstetter, dem Oberförster Otto Spitzmüller als 2. Vorstand (Platzwart), dem Fabrikanten Otto Berberich als 3. Vorstand (Schriftwart und Kassier) sowie den Beiräten Fabrikant Adolf Berberich, Ehefrau Marie, geb. Winicke, Frl. Mathilde Matter, Großherzoglicher Oberamtmann Albert Kapferer und Fabrikant Rudolf Hüssy-Brunner zusammen. Somit war jedes zweite Vereinsmitglied in Amt und Würden.
Die Finanzierung der Spielanlage gestaltete sich sehr schwierig, weshalb ein sogenannter „Reservefonds" gegründet wurde. Es ist heute nicht mehr feststellbar, wann die erste Anlage erstellt wurde. Bekannt ist jedoch, dass der Verein seine ersten Spiele auf einer Anlage austragen konnte, die im Bereich des heutigen Hüssy-Weges bzw. Lindenmatten auf einem Grundstück des Vereinsmitgliedes Rudolf Hüssy errichtet worden war.
Über die Zeit des 1. Weltkrieges sowie der darauffolgenden schwierigen wirtschaftlichen Zeiten sind keinerlei Unterlagen mehr vorhanden. Offensichtlich hat der Verein diesen Zeitraum ohne Besonderheiten überstanden oder der Spielbetrieb hat geruht.
Im Jahre 1930 hatte der Verein etwa 30 Mitglieder mit einem Beitragsaufkommen in Höhe von ca. 300,- Mark jährlich. Dieses Geld reichte jedoch nicht aus, um die Platzanlage für den Spielbetrieb zu unterhalten. Man war also einmal mehr auf private Initiativen angewiesen. Für die Zeit nach 1937 liegen ebenfalls nur unvollständige Unterlagen vor.
Im Jahre 1945 wurde der Club - wie andere Vereine in Säckingen und anderswo - durch die französischen Besatzer geschlossen; er wurde durch behördliche Verfügung aufgelöst.
Die tennislose Zeit dauerte jedoch nicht allzu lange. Nachdem sich die Situation wieder etwas entspannt hatte, trafen sich am 26. Mai 1948 Freunde des Tennissports im Gasthaus „Fuchshöhle" in der Säckinger Altstadt, um den Verein neu zu gründen und zu beleben. Die Vorstandswahlen wurden von Prof. Dr. Bühler, dem letzten Vorsitzenden des aufgelösten „Altvereins", geleitet.
Zum 1. Vorstand des Vereins wurde Herr Hans Gebrande gewählt. An seiner Seite lenkten Herr Bernhard Klopfer als 2. Vorstand, Frau Trudl Matter als Schriftführerin, Herr Richard Schäfer als Kassierer und Herr Franz Lüthy als Platzwart die Geschicke des wiedererstandenen Vereins. Die Aufnahmegebühr betrug 20,- Reichsmark. Als Mitglied aufgenommen werden konnte „jede unbescholtene Person, die das Alter von 16 Jahren erreicht hat". Ehemaligen Aktivisten des Nationalsozialismus war jedoch aufgrund der beschlossenen Satzung die Mitgliedschaft verwehrt. Dies wohl auch deshalb, weil zu jener Zeit jede Vereinsgründung durch die Militärregierung der Franzosen genehmigt werden musste. Es war nicht so, dass ohne weiteres diese Genehmigung erteilt worden ist. So bedurfte es erst mehrerer Fahrten des Vorstandes nach Freiburg/Brsg. bis endlich am 6. November 1948 diese Genehmigung erteilt wurde.
Der Verein ist nun stark gewachsen. Die Spielanlage mit 2 Plätzen an der Ecke Untere Flüh/Zähringerstraße, wohin der Verein mit dem Spielbetrieb zwischenzeitlich umgezogen ist, wurde für die nunmehr auf 80 angestiegene Mitgliederzahl zu klein. Eine Ausweitung an diesem Standort konnte jedoch nicht mehr erfolgen, da diese Anlage auf privatem Gelände errichtet war und die angrenzenden Grundstücke als Baugelände vorgesehen waren. Die Suche nach einem neuen Standort war bald erfolgreich.
Anlässlich des 40jährigen Vereinsjubiläums konnte beim „Galgenhügel" eine schöne Anlage mit 3 Plätzen in Betrieb genommen werden. Das Clubhaus verfügte über alle erforderlichen Einrichtungen. Zur Einweihung wurde ein kleines Turnier ausgetragen, an dem auch die badischen Spitzenspieler Potaß (Freiburg), Müller (Konstanz) und Koch (Säckingen) teilgenommen haben.
Einer der Höhepunkte für die Mitglieder und Freunde des Tennissportes war, als uns am 21. Juni 1954 durch die Vermittlung von Herrn Denk der international bekannte Tennisspieler und Wimbledon-Finalist Gottfried von Cramm (zweimaliger Wimbledon-Finalist im Herreneinzel und mehrmaliger Internationaler Tennismeister von Deutschland und von Frankreich) auf unserer Anlage besuchte und zusammen mit dem ebenfalls bekannten Spieler Peter Scholl eine Demonstration seines Könnens gab.
Im Jubiläumsjahr 1960 (50 Jahre Tennis-Club Säckingen) bestand der Vorstand aus folgenden Mitgliedern: Vorstand Hans Gebrande, stellvertr. Vorstand Dr. Jürgen Korff, Sportwart Eberhard Christoph, Kassier Ernst Nunninger und Schriftführer Albrecht Denk.
Die Anlage beim „Galgenhügel" war so großzügig geplant, dass die Erweiterung der Mitgliederzahl auf über 100 möglich war, ohne dass Engpässe im Spielbetrieb vorgekommen sind.
Im Jahre 1962/63 hat die Stadt Säckingen mit dem Verein über die Verlegung der Anlage verhandelt, da gerade an diesem Platz eine neue Kirche gebaut werden sollte (die heutige Heilig-Kreuz-Kirche). Der Kirchenneubau erfolgte dann jedoch an einer anderen Stelle, so dass die Tennisanlage bleiben konnte, wo sie war.
Nachdem die Stadt Säckingen im Jahre 1973 mit Sanary-sur-Mer (Südfrankreich) und Purkersdorf (Österreich) eine Städtepartnerschaft eingegangen ist, hat auch der Verein mit den entsprechenden Clubs Kontakte aufgenommen, die bis heute in einer freundschaftlichen Art und Weise gepflegt werden.
Engpässe im Spielbetrieb gab es erst, als Anfang der siebziger Jahre der Tennissport einen enormen Aufschwung erfahren hat - Tennis wurde ein Breitensport.
Damit die tägliche Spielzeit verlängert werden konnte, wurde im April 1973 eine Flutlichtanlage installiert. Diese Maßnahme erweiterte die Spielmöglichkeiten der Saison um ca. 500 Stunden. Die Kosten der Flutlichtanlage betrugen ca. 18.000,- DM bei ca. 1.000 freiwilligen unentgeltlichen Arbeitsstunden der Mitglieder.
Im Jahre 1974 war dennoch mit 154 Mitgliedern die Sättigungsgrenze für einen reibungslosen Spielbetrieb erreicht. Der ständige Mitgliederzuwachs - in den letzten 10 Jahren hat die Zahl der Mitglieder um über 50% zugenommen - machte die alsbaldige Erweiterung der Anlage dringend notwendig. Am „Galgenhügel" war dies jedoch nicht mehr möglich. Hinzu kam noch, dass die Stadt das Gelände für öffentliche Zwecke benötigte. Alternativen wurden gesucht und auch bald gefunden. Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass beim „Flühwäldchen" der Bau einer Tennishalle geplant war, an der sich auch der Tennisclub finanziell beteiligen sollte. Diese Beteiligung war jedoch nicht möglich. Was lag näher, als neben der geplanten Tennishalle eine neue Platzanlage zu erstellen. Hierzu stand das Gelände zur Verfügung, nachdem der Fußballclub Säckingen, der dieses Gelände zuletzt in Besitz gehabt hatte, beim Schwimmbad ein neues Stadion erstellt bekam.
Die Planungen für die Neugestaltung der Spielplätze in den Weihermatten begannen 1976. Zwischenzeitlich war die Zahl der Mitglieder auf 202 gestiegen.
Von der Stadt Säckingen konnte ein 7533 qm großes Grundstück im Tauschwege erworben werden, auf dem ein Clubhaus sowie vier mit Flutlicht ausgestattete Sandplätze erstellt werden konnten. Im September 1977 war es dann soweit, dass die Platzanlage eingeweiht werden konnte. Der Verein war nun für Neumitglieder wieder offen. Diese kamen dann auch so zahlreich, dass die bei der Neuplanung der Anlage offengehaltene Erweiterung - die erst zum Ende der 80er Jahre projektiert war - bereits 4 Jahre später vorgenommen werden musste. Die Stadt Bad Säckingen hat dem Verein hierfür eine Fläche für 4 weitere Plätze in Erbpacht überlassen.
Für seine Verdienste um den Tennissport wurde 1978 unserem langjährigen Vorstand Hans Gebrande die Ehrennadel in Bronze des Badischen Tennisverbandes e.V. verliehen.
Heute verfügt der Club über eine moderne Anlage mit Clubhaus und 8 Sandplätzen (davon sind 4 mit Flutlichtstrahlern ausgestattet).
Entwicklung der Mitgliederzahl:
1910 12 Mitglieder
1930 30 Mitglieder
1952 80 Mitglieder
1962 100 Mitglieder
1974 153 Mitglieder
1976 202 Mitglieder
1985 445 Mitglieder
Walter Lehmann